Fallgeschichten

Katze schreit jede Nacht

Eine Katze fing jeden Morgen um 5:00 Uhr an zu miauen und zu schreien. Ratschlag der Tierärztin: "Wecken Sie die Katze tagsüber auf, sobald sie sich schlafen legt. Dann ist sie nachts so müde und erschöpft, dass sie nicht mehr aufmuckt."

 

Am Telefon erzählte die Besitzerin mir, dass im vergangenen Jahr im Sommer der Bruder der Katze, der im selben Haushalt lebte, verstorben war. Im Herbst verstarb der Ehemann der Besitzerin. Sie zog dann zu Beginn des neuen Jahres in eine kleinere Wohnung, wo die Katze mit ihrem seltsamen Verhalten begann.

 

Dies sind nun gleich drei gravierende Veränderungen im Leben der Katze. In der TCM / traditionellen chinesischen Medizin ist 5:00 Uhr morgens die "Dickdarmzeit". Aufgabe des Dickdarms ist loslassen, auch im übertragenen Sinne. Der Dickdarm gehört zum Element Metall, die dazugehörige Emotion ist die Trauer.

 

Was ist nun los:

Die Katze trauert (Bruder, Besitzer) und kann sich aus der Vergangenheit nicht lösen, nicht loslassen.

 

Mein Rat an die Besitzerin: "Setzen Sie sich zu Ihrer Katze, sprechen Sie sie mit ihrem Namen an und erklären Sie ihr alles..." Nach zwei Wochen rief die Besitzerin erneut an. Sie sei sich schon ein wenig blöd vorgekommen, habe es aber genau so gemacht. Seit dem Tag waren die Nächte ruhig und wenn sie heute die Wohnung verlässt, sagt sie ihrer Katze, wo sie hingeht und wann sie wiederkommt!  ;-)

 

Hund sch... ins Wohnzimmer

Der Hund eines Paares erledigte nachts regelmäßig sein großes Geschäft im Wohnzimmer vor der Balkontür, obwohl er vor der Nachtruhe noch auf Gassirunde war.

 

Ein Ortstermin ergab folgendes Bild:

Wohnung im 2. Stock, vor dem Balkon ein Baugerüst. Besucher wurden vor den Augen des Hundes durch die Eingangstür hereingelassen und auf dem Wege auch wieder herausgeleitet. Auf dem Gerüst arbeiteten Handwerker, von denen einer mal auf den Balkon geklettert war. Der wurde aber nicht hereingelassen.

 

Die Wohnung hat also folglich zwei Türen. Die Wohnungstür ist "gesichert" - regeln die Besitzer; aber die Balkontür? Zur Sicherheit kann man ja das Revier markieren, damit das gleich mal klar ist!

 

Ich habe ein Schutzsymbol 'eingeschwungen' und die Besitzer gebeten, ein weiteres Symbol aus dem Internet auszudrucken und vor die Balkontür zu legen. Die "Sicherheits"-Häufchen tauchten nie mehr auf. Am Abend meiner Ortsbegehung war der Hund von unserer Arbeit so müde und fertig, dass die Besitzer auf der letzten Runde sein Bein regelrecht anheben mussten zum Pinkeln...  ;-)

 

Hund hat Angst vor Lärm

Ein Paar hatte zwei 'second hand' Hunde, der eine davon kam über den Tierschutz. Diese Hündin hatte - wie die meisten Tierschutz-Hunde - viel erlebt, was man nicht weiß; wahrscheinlich war sogar auf sie geschossen worden.

 

Sylvester war schlimm. Spielmanns-Umzug fast noch mehr. Einmal hatten die Besitzer Bach-Blüten Notfalltropfen gegeben; es waren sicher etwas viele, denn die Hündin war so ruhig, dass es wohl schon eher ein Alkoholrausch war...

 

Wir probierten es mit einer Stress-Balance. Bei Tieren braucht es dafür ein 'Surrogat', einen menschlichen Stellvertreter, mit dem dann gearbeitet wird. Man arbeitet dabei mental mit Bildern, die man verändert und anpasst, bis alles stimmt.

 

Die Hündin (der Stellvertreter) schuf sich so in ihrer Phantasie einen Ort der Sicherheit, an den sie sich gedanklich zurückziehen konnte bei Lärm. Es war ein schönes Haus mit einer von Hecken geschützten sonnigen Terrasse. Wenn später einmal lärmige Zeiten anstanden, sagte die Besitzerin: "Geh' auf deine Terrasse!" und schon war der Hund ruhig und entspannt.  ;-)